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Merkblatt Schnarchen

Ist Schnarchen schädlich?

Das Schnarchgeräusch entsteht durch Luftverwirbelungen der oberen Atemwege auf Grund anatomischer Verengungen und dem Zusammenfallen der Schleimhautschläuche. Die häufigsten Ursachen bei Erwachsenen sind: Übergewicht, Alkohol am Abend, zunehmendes Alter und die damit verbundene „Gewebserschlaffung“, vergrößerte Nasenmuscheln, Nasenscheidewandverkrümmung und Zungengrundvergrößerung.

Schnarchen bei Erwachsenen

Häufig geht mit dem Schnarchen das sogenannte „Schlaf-Apnoe-Syndrom“ (Atemaussetzer) einher. Ganz abgesehen davon, dass Schnarchen manchen Partner aus dem gemeinsamen Schlafzimmer treibt, kann es somit eine schwere Atemregulationsstörung anzeigen, die unbedingt behandelt werden sollte.

Wenn Sie schnarchen, können wir eine nächtliche Untersuchung bei Ihnen zuhause mit einem kleinen Aufzeichnungsgerät (MESAM) durchführen, das Ergebnis mit einem Computer auswerten und Ihnen dann mitteilen, was zu tun ist.

Manchmal genügen kleinere operative Eingriffe um „Engstellen“ zu beseitigen. Diese Schnarchoperationen können wir häufig auch ambulant durchführen. Mit der Radiofrequenztherapie können z.B. die Schwellkörper in der Nase (Nasenmuscheln) verkleinert, der weiche Gaumen gestrafft und der Zungengrund verkleinert werden.

Die Nasen- und Gaumensegeleingriffe können ambulant und in örtlicher Betäubung durchgeführt werden; die Zungengrundverkleinerung wird vorzugsweise in Vollnarkose in der Tagesklinik Söflingen – ebenfalls ambulant – angeboten. Eine anatomische Engstelle der Nase muss gegebenenfalls durch eine Nasenscheidewandoperation korrigiert werden. Bei ausgeprägtem Schnarchen ist es manchmal auch notwendig die Mandeln zu entfernen, bevor das Gaumensegel gerafft wird. Diese beiden zuletzt genannten Operationen werden grundsätzlich nur in Vollnarkose mit stationärem Aufenthalt im Krankenhaus Neu-Ulm durchgeführt.

Welcher Eingriff bei Ihnen notwendig ist, hängt in jedem Fall von dem individuellen anatomischen Problem ab. Nicht alle, jedoch die meisten Eingriffe zur Schnarchreduktion sind bisher noch Kassenleistungen. Ihr Arzt informiert Sie gerne genauer.

Dauern die Atemaussetzer zu lange oder sind es zu viele, sollte noch eine Schlaflaboruntersuchung erfolgen, zu der wir Sie dann weiter überweisen. Ein unbehandeltes, über längere Zeit bestehendes Schlaf-Apnoe-Syndrom kann außer einer Tagesmüdigkeit auch noch deutlich schwerwiegendere Folgen haben, wie z.B. Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko, morgendliche Kopfschmerzen, intellektueller Abbau sowie Impotenz. Machen Sie uns also bitte darauf aufmerksam, wenn auch Sie im Schlaf „sägen“.

Kindliches Schnarchen

Geringe Schnarchgeräusche sind bei kleinen Kindern häufig vorhanden. Dies liegt an den sehr engen anatomischen Verhältnissen, die zudem noch durch Polypen (Rachenmandeln) und/oder Gaumenmandeln betont werden. In Erkältungszeiten kann dieses Schnarchen verstärkt auftreten. Im Laufe der Größenentwicklung werden jedoch die Atemwege der Kinder weiter und die Polypen kleiner, wodurch sich dieses Phänomen im Allgemeinen von selbst erledigt.

Anders ist es, wenn die Nasenatmung nicht mehr oder nur minimal möglich ist und die Kinder nur noch durch den Mund atmen, weil die Polypen und/oder die Mandeln übermäßig groß sind. Da im Schlaf häufig auch noch der Zungengrund zurückfällt, führt dies nicht nur zu Schnarchgeräuschen, sondern bei jedem fünften kindlichen Schnarcher auch zu Atemaussetzern. Diese können bis zu 20 Sekunden dauern und machen einen Tiefschlaf unmöglich. Durch die Atemaussetzer sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut. Das Tückische ist, dass dies der kleine Patient überhaupt nicht merkt !
Die Folgen der Schlafapnoe sind gravierend: Unruhiger Schlaf, Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwäche, Lustlosigkeit, Appetitmangel, Gedeihstörungen, Infekthäufigkeit, Herz- und Lungenerkrankungen, morgendliche Mundtrockenheit, verzögerte Sprachentwicklung, Hyperaktivität, Aggressivität, Schwitzen im Schlaf, ungewöhnliche Schlafpositionen, Kieferfehlstellungen durch dauernde Mundatmung.

Da in den meisten Fällen die vergrößerten Rachenmandlen (Polypen) und Gaumenmandeln die Ursache für die Schlafapnoe der Kinder ist, kann durch einen ambulanten Eingriff in Vollnarkose das Problem schnell behoben werden. In der Tagesklinik Söflingen können wir in einer Operation die Rachenmandeln entfernen (Adenotomie) und die Gaumenmandeln verkleinern (Tonsillotomie). Diese schonende Methode erhält damit das immunologisch wirksame Organ, das Kind bekommt deutlich besser Luft und ein stationärer Aufenthalt entfällt.